Donnerstag, 10. August 2017

Urlaubszeit ist Schwammerlzeit / Pilzzeit

Die heißen Tage und ein paar Gewitter lockten uns in der letzten Zeit in den Wald, um an unserem - natürlich geheimen - Platz, nach Eierschwammerl zu suchen.



Im Sommer gehört das zu einem liebgewonnenen Ritual von uns - ein Sommer ohne Schwammersuchen, wäre kein richtiger Sommer!
Also rein in die Bergschuhe und auf gehts!
Man muss schon auch ein wenig durch Wald und Dickicht, um diese gelben Prachtexemplare zu finden. Ein paar Kratzer an den Schenkeln gehören dazu - ach, was tut man nicht alles, um an diese duftenden, kleinen Leckerbissen zu kommen.

Die Eierschwammerl (oder auch Pfifferlinge genannt) wachsen im Laub- und Nadelwald gerne im Moos- oder Nadelboden. Aber man findet sie auch oft in der Umgebung von Heidelbeersträuchern (Blaubeersträuchern). Eierschwammerl wachsen in Gruppen und oft leuchten sie einem mit ihrer eidottergelben Farbe schon von der Weite entgegen. 








Ihr Hut ist bei den jungen Exemplaren noch rund, doch bei den älteren und größeren Pilzen bildet er sich trichterförmig aus. 




Vom oberen Teil des Stiels bis in den Hutrand ziehen sich gegabelte Leisten (keine Lamellen) mit Querverstrebungen.  



Ein Doppelgänger des Eierschwammerls ist der falsche Pfifferling oder auch Gabelblättling genannt. Sein Hutrand ist jedoch auch bei den größeren Exemplaren meist eingerollt und wenn man ihn anschneidet, ist sein Fleisch durchgehend gelblich bis orange, während jenes des Eierschwammerls weiß ist und nur einen gelben Rand zeigt. Der Gabelblättling ist zwar nicht hochgiftig, kann aber nach dem Verzehr bei sensiblen Personen zu Verdauungsproblemen führen.

Aber zurück zum Eierschwammerl:

Habt ihr gewusst, dass schon 100g dieses Pilzes den halben Tagesbedarf an Eisen und Vitamin D decken? Außerdem enthalten Eierschwammerl auch noch Kalium und Beta-Karotin.
Beim Sammeln sollt man auf jeden Fall einen Korb verwenden, da die Schwammerl zu 90% aus Wasser bestehen und in einem Plastikgefäß- oder sackerl sofort zu schwitzen beginnen würden.
Außerdem muss man in Österreich auch aufpassen, dass man nicht zu viele Schwammerl einsammelt. Pro Person dürfen nur 2kg mitgenommen werden. (Für größere Gruppen von Wanderern gibt es auch eine Beschränkung - da muss man sich dann vor Ort erkundigen). Aber mehr als das erreicht man bei Eierschwammerl eigentlich nicht. 
In einem Behälter aus Holz und mit einem Tuch abgedeckt sind die Eierschwammerl ein paar Tage im Kühlschrank haltbar. 
Ich verarbeite sie allerdings immer sofort, da sie frisch am besten schmecken.






Eines meiner Lieblingsrezepte ist das Eierschwammerlgulasch.

Für alle, die es gern mal probieren wollen:



... und wer mich kurz in den Wald begleiten möchte:




Ich wünsch euch allen viel Erfolg beim Sammeln (und falls ihr euch nicht so gut auskennt - lasst vor dem Kochen die Pilze von jemandem kontrollieren!)



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Kommentare:

  1. Hallo Marie,
    wir waren gesten auch Pfifferlinge sammeln. So heißen sie bei uns. Heute habe ich sie in der Pfanne gebraten. Lecker!
    Du hast richtig viele Körbe voller Pilze sammeln können. Wir sind froh, wenn wir eine Portion finden. Lasst sie Euch schmecken.
    Liebe Grüße von Ingrid

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    1. Hallo Ingrid,
      es war wirklich viel Glück und offensichtlich genau das richtige Wetter für diesen großen Fund. Meistens haben wir so 1 bis 2 Körbe voll. Also für eine Mahlzeit und dann noch ein wenig zum Einfrieren... Diesmal haben wir schon einen kleinen Vorrat anlegen können.
      LG Marie

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  2. Eine Riesenausbeute hast du da ja ergattert. Da ich Schwammerl nicht so recht vertrage, gibt es sie bei uns nur selten.
    Liebe Grüße
    Verena

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    1. Ich habe auch gelesen, dass Eierschwammerl auch nicht so leicht verdaulich sind. Zum Glück hatte ich bisher noch nie Probleme damit.

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  3. Hallo Marie,
    das ist aber ein schönes Ritual, gemeinsam Pilze sammeln zu gehen. Und wie man auf deinen tollen Bildern sieht, hat es sich auch richtig gelohnt! :-) Lasst euch die leckeren Pilze schmecken. Ich kenne mich mit Pilzen leider gar nicht aus, daher kommt es nicht in Frage, selber Pilze sammeln zu gehen. Da kaufe ich sie lieber im Supermarkt oder am Wochenmarkt :-)
    Viele liebe Grüße an dich,
    Anne

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    1. Liebe Anne, das finde ich auch sehr vernünftig und es ist sicher die paar Euro wert. Ich bin kein absoluter Pilzkenner, doch Eierschwammerl (Pfifferlinge), Herrenpilze und Birkenpilze erkenne ich von Kindesbeinen an. Alle anderen Pilze bleiben im Wald.
      Liebe Grüße
      Marie

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  4. Liebe Marie
    Euren Streifzug durch die Wälder hat sich gelohnt, so viele schöne Eierschwämme.
    Ich mag die auch sehr, dieses Jahr war es bisher bei uns zu trocken, dann kam die Schonzeit und ab heute wäre das Suchen wieder erlaubt. Mal schauen ob die Zeit für einen kurzen Ausflug in den Wald reicht.
    Wenn ich so deine Bilder sehe zieht es mich gerade in den Wald ;-)
    LG
    Doris

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    1. Ich wünsch dir viel Erfolg bei der Suche, Doris.
      LG Marie

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  5. Liebe Marie, wir haben in der Nähe einen Mischwald, da wachsen die unterschiedlichsten Schwammerl. Ich mag sie nicht so gerne, daher finden sie zu Hause nie den Weg in die Küche. Aber als Fotomotiv? Ein Traum.

    LG Kathrin

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  6. Hey Marie,

    danke für die Erinnerung beim Thema Pfifferlinge an einen Jugendsommer im Jahr 1985 (das Jahr vor Tschernobyl) in Schweden,in einfacher stromloser und einsamer Hütte am See - unvergesslich!
    Wir lernten: Man braucht selbst bei diesen, eigentlich auffälligen Pilzen den geübten Blick.
    Meine Eltern fanden zunächst nämlich keine und berichteten dies dem Ferienhausvermieter, als der zu Besuch kam. Dieser, ein schwedischer Lehrer, bückte sich an Ort und Stelle innerhalb 1 Minute dreimal und tat sie meinen verblüfften Eltern in die sie kaum fassenden Hände.Danach wurden wir ehrgeizig und besser und es gab in diesem Urlaub jeden zweiten Tag Pilzpfanne ☺, lecker...
    Im eigenen Kleingarten staunte ich vor kurzem über Maronen unterm phlox subulata. Überhaupt: Irgendwie ist der Herbst schon mehr als fassbar. Die Herbstanemonen blühen schon volle Pulle im Kleinen Garten...
    liebe Grüße
    Corinna

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    1. Ist ja eine schöne Erinnerung, oder? Auch in meiner Kindheit hat es einige Urlaube gegeben, in denen wir unzählige Pilze verspeisten. Und ich habe damals gelernt, welche Pilze man auf keinen Fall mit nach Hause nimmt...
      Stimmt, der Herbst zieht langsam ins Land. Morgens und abends ist es nun schon recht feucht und kühl. .. LG Marie

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  7. Dieses Jahr gibt es auch mal viele Pilze nach dem vielen Regen. Hoffentlich habe ich dieses Jahr wieder Tintlinge im Garten, dann koche ich die mal.
    VG
    Elke

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    1. Tintlinge habe ich noch nie gegessen... und im Garten wachsen bei uns leider nur giftige Pilze
      LG Marie

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  8. Prächtige Eierschwammerl hast du gefunden. Ich finde heuer im W4tel nur ganz vereinzelt welche. Lg aus Wien

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    1. Danke. Ja, es gehört in diesem Jahr auch ein wenig Glück dazu, weil das Wetter bis jetzt viel zu trocken und heiß war.
      LG aus NÖ
      Marie

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  9. Oh......das war ja eine lohnenswerte Sammlung, 5 Körbe Pfifferlinge! Das momentane Wetter ist ja nicht so toll, aber die Pilze sprießen dafür um so besser.
    LG Sigrun

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    1. Genau, wenn schon im Garten nicht so viel reift, dann müssen wir eben im Wald den Wintervorrat holen ;-)
      LG Marie

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  10. Liebe Marie
    wie beneide ich Dich gerade um diese Pfifferlinge. Wir gehen auch gerne Pilze suchen, aber Pfifferlinge gibt es in unseren Wäldern nicht mehr. Bei uns finden wir Steinpilze, Maronen, Reizker ... Auf dem Markt sind Pfifferlinge echt teuer!
    LG Sigrid

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    1. Schade, denn gerade die Pfifferlinge sind in Saucen sehr schmackhaft. Aber wir haben in den letzten Jahren dafür kaum Steinpilze gefunden, die wir gerne gebacken essen. Und Pilze sind generell sehr teuer.
      LG Marie

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  11. Oh, das ein Beitrag so recht nach meinem Geschmack. Auch bei ist die Pilzzeit in vollem Gange. Meine ersten 2017'er Eindrücke kannst du hier (bitte anklicken) betrachten. Dein Gulaschrezept probiere ich die Woche noch aus, zu verführerisch war das Betrachten deines Videos.

    dir weiterhin eine gute Zeit,
    egbert

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    1. Na das freut mich, wenn es noch andere "Schwammerlnarrische" (Pilzbegeisterte) hier gibt! Das Gulasch lässt sich auch gut portionsweise einfrieren - so hat man dann im Winter auch noch ein wenig Sommergeschmack am Teller...
      LG Marie

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